Was war das für ein Tag gestern! Die Spannung war schon am frühen Morgen zu spüren und zog sich durch den ganzen, irgendwie langen, Vor- und Nachmittag. Selten hat wohl ein Fußballspiel diese Stadt so bewegt und in Aufruhr versetzt. Egal, wo man hingegangen ist, ob zum Bäcker, ins Kaffee oder wo auch immer, es gab nur ein Gesprächsthema: Das Spiel der Spiele, Deutschland gegen die Türkei im Halbfinale der Europameisterschaft 2008.
Diskutiert wurde über den Ausgang des Spieles, was alles passieren könnte wenn Fans außer Kontrolle geraten usw. Eigentlich sahen es die wenigsten Menschen als das, was es auch hätte sein können, oder war und zwar ein Fest der Begegnung zwischen Türken und Deutsche. Wenn man durch die Stadtteile gegangen ist, merkte man sofort die Unterschiede zwischen den Menschen. In Hassel, wo das zusammenleben zwischen Deutschen und Türken ganz normal ist, war die Stimmung viel Entspannter als z.B. in Gelsenkirchen-Buer, wo man das ganze eher kritisch betrachtete und teilweise sogar von einem “unglücklichen Los” sprach.
Dabei sind die Unterschiede schon am frühen Nachmittag klar erkennbar. Während man sich auf deutscher Seite mit der Kiste Bier erst die richtige Stimmung antrinken muss, haben die Türkischen Fans das irgendwie schon im Blut und sind den ganzen Tag fröhlich, ohne das sie erst “Tanken” müssen!
Man merkt in dieser Stadt, dass es immer noch sehr viele Vorurteile gegenüber türkischen Mitbürgern gibt. Aber die Wenigsten nicht-türkischen Mitbürger wagen den Schritt nach vorn und versuchen wenigstens mal ein wenig, von der Mentalität und der Lebensweise des Anderen zu verstehen.
Fußball ist halt auch Kultur, denn wo sonst treffen so oft, unsere verschiedenen Kulturen aufeinander um sich friedlich zu messen? Ja, ich weiß, dass es zwischen verschieden Fangruppen immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt. Aber es sind Minderheiten, die große Masse ist friedlich und feiert das “Treffen der Kulturen” auch entsprechend friedlich.
Nun, das Spiel ist jetzt zu Ende und Deutschland gewinnt nach sehr spannenden 93 Minuten das Spiel mit 3:2. Nicht wirklich unverdient, denn wer die meisten Tore schießt siegt nun mal, eher völlig glanzlos und träge, wie schon bei der Niederlage gegen Kroatien – Glück schlägt Moral und Leidenschaft!
Link dazu: Dennis























©Pictures: Hometown-Glory



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