Jetzt, wo Regentage mitunter zur Lektüre eines guten Buches einladen, soll an dieser Stelle auf einige Bücher verwiesen werden, in denen der Bergbau im Mittelpunkt steht. Zwar haben nur zwei davon regionalen Bezug, aber alle beschreiben den Bergbau und das Leben der Kumpel, das auch in Gelsenkirchen den Alltag geprägt hat.

Belletristik:

Germinal” von Emile Zola
Das Buch beschreibt die unmenschlichen Verhältnisse in französischen Bergwerken des 19. Jahrhunderts. Zugleich beleuchtet der Roman die Konflikte, die sich nicht nur zwischen arm und reich, sondern auch zwischen den verschiedenen Versuchen, gerechtere Verhältnisse herzustellen, auftun. Ein Teil der Bergarbeiter und Bergarbeiterinnen befürwortet einen Streik, ein anderer Teil versucht, mit den Eigentümern der Gruben Einvernehmen herzustellen und zu verhandeln. Dabei wird deutlich, dass vor allem der Eigentümer kleinerer, wenig ergiebiger Gruben den auf ihm lastenden Konkurrenzdruck an die Arbeiter und Arbeiterinnen weitergibt.

Ein packender Roman, der übrigens auch verfilmt wurde – das sei für alle Lesemuffel gesagt. Und wer erst einmal reinlesen will, dem sei diese Seite ans Herz gelegt.

http://hometown-glory.de/wp-content/uploads/e10619_f23.flv

 

“So grün war mein Tal”
How Green Was My Valley von Richard Llewellyn
Ein wundervolles, stilles Buch das die Kindheit und Jugend des kleinen Huw Morgan erzählt, der als Mittvierziger seine Heimatstadt, die walisische Bergarbeiterstadt Cwm Rhondda, verlässt. Er erinnert sich an seine Geschwister, den Bruder, der auch in seiner Stadt eine Gewerkschaft gründen will, an die geheimen Treffen, bei denen der kleine Huw unbemerkt im Busch sitzend lauscht und sich, ob der kalten Temperaturen und einem Gang ins kalte Wasser des Flusses, aus dem er seine Mutter vor dem Ertrinken rettete, beinahe den Tod holt. Er erinnert sich an den Vater Gwilym, streng aber liebevoll, der stets das Beste für seine Söhne wollte, aber ihren Wunsch nach der Gewerkschaft nie verstand und sie damit aus dem Hause trieb.

Auch dieses Buch wurde verfilmt. Das aber liegt schon laaange zurück… Das Buch gibt’s nur noch antiquarisch.

 

Sachbücher:

“Die alten Zechen an der Ruhr”
Wer sich einen Überblick über die Zechen des Ruhrgebietes verschaffen will, der ist mit diesem Buch gut beraten. Alle 13 Zechen Gelsenkirchens sind hier ebenso beschrieben, wie alte und weniger alten Minen im Revier. Das Buch behandelt die Zechengeschichten der Zeit zwischen etwa 1860 und 1990. Der Katalog beschreibt 477 Zechen.

 

“Kicker, Kumpel, Kohlrouladen – Ein buersches Bergbau-Lesebuch”
Hier wirds richtig lokal: Das Buch “Kicker, Kumpel, Kohlrouladen” zeigt auf, wie der Bergbau das ländliche, preußische Buer verändert hat. Und es macht deutlich, wie stark diese Entwicklung auch im 3. Jahrtausend die Gegenwart der Menschen in dieser Stadt prägt.
“Kicker, Kumpel, Kohlrouladen” bringt Beispiele für das Miteinander von Handwerk und Kunstwerk auf alten Industriegeländen. Es geht auf das Werk des Künstlers Werner Thiel ein und porträtiert Arbeit und Leben des Untertage-Zeichners Alfred Schmidt.
Und eben diese Mischung aus historischen Abhandlungen und lebendigen Portraits von Gelsenkirchener Bürgern die alle auf ihre Weise Geschichte schrieben und schreiben, die macht das Buch so interessant. Lustig auch die im Buch enthaltene “Tour de Buer”, eine vorgeschlagene Route für eine historische Fahrradtour durch die von der Montanindustrie geprägten Stadtteile.