Eine Zeit lang war es recht ruhig um Pro-NRW und dessen Gegnern. Da aber der Termin für die “internationale Konferenz für ein Minarettverbot” und weitere andere Termine immer näher rücken, müssen  natürlich auch die Gegenaktionen geplant werden. Das ist soweit auch okay, auch wenn man selbst politisch nicht immer der selben Meinung ist, kämpft man doch für die selbe Sache! Manchmal jedoch wird es selbst mir zu viel wenn ich sehe, wer sich da für die “gute Sache” engagiert. Ganz speziell geht es mir um den Betreiber dieser Webseitewww.gelsenkirchen-nazifrei.de

Über diese Seite werden Informationen über die Gegendemonstration sozusagen koordiniert. Der Betreiber ist “Rolf Jüngermann”, dieser ist auch der Sprecher der DKP Gelsenkirchen. Es ist der Rolf Jüngermann, der 2005 zum Boykott israelischer Produkte aufgerufen hatte.

07.02.2005 
GEW kauft nicht bei Juden

Rolf Jüngermann, Mitglied im Referat Bildungspolitik beim Landesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Nordrhein-Westfalen, ruft zum Boykott israelischer Produkte auf. Auf seiner Website ( http://www.bipomat.de ) wird man auf die Strichcode-Kennziffern 7290 hingewiesen, die auf die Herkunft Israel verweisen. Außerdem firmiert der Sperrzaun unter der Bezeichnung “Mauer der Apartheid”. Das ganze läuft unter bildungspolitisches Material [...]

Auszugsweise sieht das so aus:

Liebe Friedensfreunde, liebe Freunde des palästinensischen Volkes, Warum sind wir heute hier zusammengekommen?  Es ist das Gefühl von EKEL und ABSCHEU über die grausame und barbarische Aggression Israels gegen das palästinensische Volk, was uns heute hierher geführt hat. EKEL und ABSCHEU gegenüber dem Aggressor Israel [...]

Israel und seine Förderer in USA und in Europa – darunter an hervorragender Stelle
auch Frau Merkel – sähen es am liebsten, wenn das Palästinensiche Volk, wenn
GAZA in aller Stille erdrosselt werden könnte[...]

Was meine Person angeht so muß ich berichten, dass EKEL und ABSCHEU gegenüber der Israelischen Politik bei mir dazu geführt haben, dass mir Obst und Gemüse aus Israel, dass mir Orangen und Pampelmusen aus ISRAEL inzwischen buchstäblich im Halse stecken bleiben. Ich kriege sie einfach nicht mehr runter. Zumal ich nebenan beim Türken besseres Gemüse, bessere Orangen und Pampelmusen kaufen kann, garantiert nicht aus Israel [...]

R. Jüngermann hat aber auch zum deutschen Schulsystem eine ganz spezielle Meinung, so schreibt er zur “verheerenden Rolle des Gymnasiums” unter anderem auch folgendes:

Die deutsche Bildungsmisere hat einen Namen: Gymnasium. Und eine strategische Schwäche der deutschen schulpolitischen Diskussion besteht in der weit verbreiteten Fehleinschätzung dieser Schulform. Wir haben lange Zeit nicht genau genug beobachtet und untersucht, wie es dem Gymnasium immer wieder gelingt, seine bildungspolitische Hauptaufgabe zu erfüllen, die darin besteht, die Kinder aus Nicht-Akademikerfamilien, insbesondere solche aus der »A-Klasse« (Arbeiter, Angestellte, Arbeitslose) von höheren Bildungsabschlüssen fernzuhalten [...]

Das Problem der sozialen Selektivität des deutschen Schulwesens ist daher nicht zu lösen, solange das Gymnasium besteht, verhindert dieses doch allein schon durch seine bloße Existenz jede ernsthafte Reform. So lange das Gymnasium existiert, wird von ihm ausgehend ein Pesthauch aus Entsorgungsmentalität, Abschreckung, Entfremdung, Demütigung und Angst durch die deutschen Schulstuben wehen und bis in die Grundschulen, ja inzwischen bis weit in den vorschulischen Bereich hinein die pädagogische Atmosphäre vergiften[...]

Den Rest tue ich euch mal nicht an. Allerdings sollte sich jeder mal fragen, ober er einen Aufruf zu einer Demonstration folgen sollte, die u.A. von solchen Menschen gesteuert wird? Gelsenkirchen ist wirklich eine Stadt der Extreme, in der es zwischen links und rechts keinen Platz zu geben scheint. Ich finde es befremdlich, wenn offensichtliche Staats- und Demokratiefeinde zu solch eine Demonstration aufrufen, ohne den Menschen in dieser Stadt zu sagen, welchen Hintergrund dies eigentlich hat. Dazu kommt, dass der Aufruf und die Einstellung gegenüber Israel von Rolf Jüngermann antisemitische Züge zeigen!

Wie auch immer, mit den Linken in Gelsenkirchen kommt man auf keinen gemeinsamen Nenner, mit den Rechten auch nicht. So werden sich ende März 2010 Rechts und Links gegenüber stehen und merken dabei nicht, dass sie selbst eine ausgrenzende Politik betreiben!

Zum Abschluss ein Zitat vom “Bündnis gegen Rechts”, über das sie selber mal nachdenken sollten:

Wir arbeiten unter dem gemeinsamen Inhalt des Antifaschismus und missbrauchen dieses Ziel nicht zur Profilierung unserer Gruppen oder Personen.